Landschaft mit Künstler und Grabhügel

Monday, October 11. 2010


Der nächtliche Lehrer
Klaus Böldl
S.Fischer 2010
126 S.

Die Geschichte eines Einzelgängers im schwedischen Wald. Wer jetzt robuste, holzfällende Wikinger erwartet, könnte enttäuscht werden, denn sowas gibt es in Klaus Böldls neuem Roman Der nächtliche Lehrer nicht. Nach Abschluss seines Referendariats in Stockholm soll Lennart seine erste Stelle als Kunst- und Religionslehrer – mit Betonung auf dem Fach Kunst – in der kleinen Stadt Sandvika antreten. Während andere sicherlich darüber entsetzt wären, in die dunkelste Provinz versetzt zu werden – Lennart braucht eine Weile, um Sandvika überhaupt auf der Karte zu finden, was dem neugierigen Leser aber glatt misslingt, denn Sandvika existiert gar nicht, zumindest nicht in Schweden –, findet sich der Protagonist schnell damit ab und gewinnt sogar beim ersten Besuch in Sandvika den Eindruck, dass er durchaus dort leben könnte. Ruhig und zurückhaltend genießt Lennart die Nähe der in der schwedischen Einöde allgegenwärtigen Natur mehr als die der Menschen, lernt jedoch eine Frau kennen, die Bibliothekarin Elisabeth, die er heiratet und mit der er sogar ein Kind bekommen sollte, wäre sie nicht hochschwanger in einem Verkehrsunfall gestorben. Was darauf folgt ist die stark elliptische Erzählung einer Trauer über Jahrzehnte hinweg: Lennart zieht sich immer mehr in die Natur und in sich selbst zurück, schreibt sogar ein erfolgreiches – nur bei den lieben Kollegen nicht, denen künstlerische Visionen nicht geheuer sind – naturphilosophisches Buch, Waldgedanken, und geistert durch Stadt und Nacht herum.

Romane über Trauer können leicht in die Pathosfalle geraten, nicht aber Der nächtliche Lehrer. Statt einer psychologischen Studie liefert Klaus Böldl vielmehr eine Art Beobachtungsprotokoll. Wie sehr der Tod seiner Frau Lennart mitnimmt, versteht man erst durch die irritierte bis feindselige Reaktion seiner Kollegen auf sein Verhalten und die jahrzehntelange Wiederholung bestimmter Rituale. Was er genau fühlt, kann der Leser nur erahnen, denn es ist etwas Unsagbares. Diese erzählerische Zurückhaltung wird zwar viele frustrieren, mündet aber keinesfalls in 126 Seiten Leere, sondern erlaubt das Einbetten einer Fülle von Motiven, dank derer Der nächtliche Lehrer zu einem gelungenen atmosphärischen Roman wird. So kommt Lennarts Ankunft in Sandvika, ganz am Anfang des Romans, einem geradezu photographisch oder filmisch vor. Die Hitze, die lange Zugreise, die leeren Straßen und das halb leere Restaurant mit dem stinkenden Stammalkoholiker: Man braucht wirklich nicht viel Einbildungskraft, um die Ankunft des neuen Lehrers in der schwedischen Kleinstadt in den ersten Auftritt eines Cowboys im Saloon eines Präriekaffs im Wilden Westen zu verwandeln. Und Lennarts erster Besuch in der wegen der Maihitze völlig leeren Schule könnte problemlos dem japanischen Kino bzw. Anime entstammen, die solche Szenen zu ihrem Standardrepertoire zählen – allerdings ist diese Ähnlichkeit mit großer Sicherheit ein reiner Zufall und kein gewollter Effekt.

Wie von einem Altskandinavisten zu erwarten ist, finden in Der nächtliche Lehrer aber auch Elemente aus Skandinaviens Frühgeschichte und aus dem Mittelalter Verwendung: Lennart hält sich am liebsten auf einem bronzezeitlichen Grabhügel auf, vertieft sich in der Kontemplation teils religiöser, teils grotesker Kalkmalereimotiven in einer kleinen Kirche, erzählt Elisabeth von der Vorliebe des Werwolfs für schwangere Frauen – der Verzehr eines ungeborenen Fötus soll das einzige Heilmittel gegen Lykanthropie sein – und wird irgendwann zum Wiedergänger seinerselbst. Wer mit Klaus Böldls Forschungsinteressen vertraut ist oder gar seine Veranstaltungen besucht (hat) wird hier also mit großer Freude auf alte Bekannte treffen. Diese Motive dürfen jedoch nicht für eine bloße Forschermarotte gehalten werden. Sie tragen zu einem Verwirrspiel zwischen Realität und Erfindung bei, indem Fakten – der Aufbau von Grabhügeln, die Kalkmalereienmotive, das Faible des Werwolfs für schwangere Frauen (echt in dem Sinne, dass es sich um eine dokumentierte Sage handelt) – in einer fiktiven Landschaft zusammentreffen. Und dieses wird noch durch Entlehnungen aus dem Repertoire des Märchens und des Mythos verstärkt. So erblickt Lennart im Wald mehrmals ein junges Mädchen im roten Kleid und zieht eine Parallele zwischen Elisabeth im Grab und der jungen Frau im Grabhügel, also zwischen seinem individuellen Verlust und einem Wesen aus einer sagenumwobenen Zeit, das längst seinen Weg ins kollektive Gedächtnis gefunden hat, wodurch er seiner Trauer eine mythische Dimension verleiht. Lennarts Figur selbst, die sich vollends der linearen Zeit zu entziehen und sich der zyklischen Zeit hinzugeben scheint, indem ihr nur noch die Jahreszeiten und nicht mehr die Jahre etwas bedeuten, und die zwischen den Welten (Stadt/Natur, Inland/Ausland, Leben/Tod) wandert wie keine andere, übernimmt mythische Züge. Am Ende bleibt eine gespenstische Erscheinung übrig, immer den selben abgenutzten Anzug und die ewig wiederkehrende Aktentasche tragend, die jeder vom Sehen kennt, deren Geschichte aber langsam verloren geht. Selbst Lennarts Buch, dieser internationale Erfolg, scheint verschwunden zu sein, dem Internet keiner Erwähnung wert und für die jüngere Generation somit eine Chimäre.

Zu kritisieren ist an diesem Roman nur wenig: die etwas zu lang geratene erste Beschreibung von Lennarts Wanderungen durch den Wald – Linné und Rousseau lassen grüßen – und vor allem der inflationäre Gebrauch des Ausdrucks „ein wenig“. Call me crazy und pingelig aber selbst bei allem Verständnis für den dadurch erstrebten dämpfenden und nuancierenden Effekt geht mir sowas gehörig auf die Nerven, zumal das gelegentliche Ersetzen durch „ein bisschen“ oder „etwas“ das Problem hätte lösen können. Dessen ungeachtet ist Der nächtliche Lehrer aber ein schöner und kluger Text über Trauer, Kunst und Einsamkeit, der statt Spannung suggestive Kraft und lang nachhallende Bilder bietet. Sehr lesenswert.

Der nächtliche Lehrer erscheint bei S. Fischer.




Anecdote suédoise n° 3 : Don't panic!

Sunday, January 31. 2010


Signe de meilleure santé bloguesque, j'ai décidé de reprendre la série de mes anecdotes suédoises abandonnée un peu abruptement après deux épisodes (pour ceux qui n'auraient pas suivi/oublié de quoi il s'agit/débarqueraient, j'y raconte les faits marquants de mon stage en librairie SF effectué en Suède il y a deux ans). J'avais eu la très bonne idée, à l'époque, de prendre des notes dans mon petit carnet pour ne pas tout oublier, ce qui dans le cas s'avère toutefois avoir été une mesure superflue, l'anecdote du jour étant bien ancré dans ma mémoire.

Milieu de matinée : C'est l'heure creuse à la librairie – la seule de la journée – et je tiens la caisse, toute seule comme une grande. Un homme d'une cinquantaine d'années, grand, l'air d'un monsieur sérieux et pas commode dans son grand manteau classique, entre dans la boutique et se dirige d'un pas pressé vers la caisse.

- Moi: Bonjour, que puis-je faire pour vous ?

- Lui, le mépris sur le visage et dans la voix : Vendez-vous des serviettes ?

Persuadée d'avoir mal compris sa requête (réaction habituelle quand je crois entendre un mot totalement hors contexte, qui plus est dans une langue étrangère, je me dis que mon cerveau a mal décodé), je lui demande de bien vouloir répéter. Sur un ton un cran plus condescendant et visiblement énervé: Ven-dez-vous-des-ser-vi-et-tes?

Pas doute, j'avais bien compris le mot serviette, dont la répétition n'a cependant pas attenué le caractère incongru (je reprécise que nous nous trouvions dans une LIBRAIRIE) et je suis apparemment débile. Luttant contre un terrible sentiment de panique et d'impuissance et soupçonnant un remake du type à l'étagère, je parviens tant bien que mal à articuler un „Euh désolée, je...“ que le client exaspéré interrompt immédiatement d'un cinglant „EST-CE QUE VOUS VENDEZ DES SERVIETTES ? DES SER-VI-ET-TES ! AVEC „DON'T PANIC!“ ECRIT DESSUS !“

„Ahhhh“ de soulagement intérieur, pouvait pas le préciser plus tôt, non ? Pour ceux qui ne sauraient toujours pas de quoi il retourne: c'est une citation de Douglas Adams (la devise ET la serviette), donc effectivement, l'idée que nous puissions avoir ça en librairie n'est pas si absurde (entre les sabres-lasers, les peluches du Killer Rabbit et les t-shirts Cthulhu, pourquoi pas). N'ayant cependant aucune idée de si nous avions ce genre de serviette – j'ai beau avoir repéré en un temps record beaucoup des articles en stock, je ne pouvais tout de même pas connaître l'inventaire complet du magasin au bout d'une semaine, surtout ce qui, après vérification, n'en faisait pas partie –, je fais signe à l'un de mes collègues de venir m'aider. Verdict: désolé, on n'en a plus depuis un moment et aucun réassort n'est prévu dans l'immédiat. Le client sort après m'avoir lancé un regard mauvais, que je contre mentalement – je suis polie, je garde ça pour moi – d'un vigoureux „c'est ça, ma poule, moi aussi je t'...“, et je fais mes plus plates excuses à mon collègue pour ne pas avoir percuté tout de suite qu'il était tout à fait normal et logique de vouloir acheter ses serviettes de bain dans une librairie (je voyais déjà le gars me demander le chemin des douches et de la piscine) ; ça l'a bien fait rire (j'avais des collègues extra). Depuis ce jour, j'ai décidé pour mon bien et celui des clients de ne plus passer le seuil de la librairie qu'avec mon mode „suspension of disbelief“ activé ;-).


Look at it. Will you look at it!*

Friday, November 13. 2009


Grâce à l'immense générosité de Fashion (hein? Quoi? Comment ça je lui ai forcé la main dans les commentaires pfff ;-)), vous allez donc en apprendre plus sur les repères cinématographiques de la niessu bloggica. Je vous préviens – si, si je suis gentille –, ça va faire mal. Et puisque j'ai de toute façon la réputation de modifier les tags comme bon me semble, autant lui faire honneur: je ne compte pas me contenter d'un seul film par question. Au diable l'avarice! Et puis j'ai bien envie de profiter de ce tag pour attirer votre attention sur l'un ou l'autre film, daube ou chef-d'oeuvre, moins connu (du public français) ou oublié. On ne se refait décidément pas.


1- des films que vous regardiez étant jeune et qui vous remplissent de souvenirs :
Au rayon des dessins animés de référence (autres que les classiques de chez Walt Disney, en gros jusqu'à Rox et Rouky, auxquels je n'ai pas échappé) je citerai d'une part Les douze travaux d'Astérix (1976) et Astérix et Cléopâtre (1968), tous deux de sublimes réservoirs à phrases/scènes culte – „Tu es un sanglier, tu es un sanglier“ ou encore cette innocente petite chanson – que je regarde encore régulièrement et dont les dialogues souvent récités à table avec beaucoup de conviction – et de fous-rires – avec mes frères n'ont jamais manqué de rendre dingues nos chers parents.

D'autre part, dans un registre cette fois plus poétique, il convient de mentionner Le Roi et l'Oiseau de Paul Grimault dont l'ambiance et l'esthétique m'ont durablement marquée, La Rose de Bagdad (La Rosa di Bagdad 1949), un classique de l'animation italienne d'Anton Gino Domenighini, ainsi que des chefs-d'oeuvre de l'animation russe des studios Soyuzmultfilm tous plus beaux les uns que les autres tels que Zolotaya antilopa (L'antilope d'or 1954), Snegurochka (La fille des neiges 1952, tiré de l'opéra de Rimsky-Korsakov), Snezhnaya koroleva (La reine des neiges 1957, adapté d'Andersen) ou encore La princesse grenouille (ЦАРЕВНА-ЛЯГУШКА 1954). Et puis aussi Le Mystère de la troisième planète (Tayna tretyey planety 1981), un dessin animé de science-fiction pour le moins étrange... Et afin de regagner des territoires plus familiers – point trop ne faut d'exotisme – citons encore les longs-métrages animés de Tintin des studios Belvision, soit Tintin et le temple du soleil (1969), que j'adore, et Tintin et le Lac aux requins (1972) avec sa scène mémorable des clubs et balles de golf du Capitaine Haddock à l'aéroport... sans oublier bien sûr les deux films kitchissimes avec acteurs en chair et en os: Tintin et le Mystère de la Toison d'or (1961) de Jean-Jacques Vierne et Tintin et les Oranges bleues (1964) de Philippe Condroyer.

Pour ce qui est des autres longs-métrages „en vrai“ (non dessinés), quatre catégories s'imposent:
- Cape et épée: Les films de l'incontournable Jean Marais, surtout Le Capitan (1960) et Le Bossu (1960), ainsi que Les trois mousquetaires (1953) (sans Jean Marais mais avec Bourvil dans le rôle de Planchet, et ça vaut le détour), tous trois d'André Hubenelle.
- Contes/fantasy: Trois noisettes pour Cendrillon de Václav Vorlícek, une co-production tchèque et est-allemande tout sauf gnangan dont j'avais déjà parlé ici et La Caverne de la Rose d'or (Fantaghirò 1991-1996) de Lamberto Bava, cette grande épopée italienne kitchissime et kultissime, diffusée et regardée chaque hiver pendant mon adolescence.
- Comédies françaises: Deux génies comiques de style très différent: Louis de Funès et Bourvil, respectivement dans L'aile ou la cuisse (1976) de Claude Zidi (et puis Hibernatus (1969) d'Edouard Molinaro) et Le Passe-muraille (1951) de Jean Boyer.
- Animaux: Pour rire, L'espion aux pattes de velours (That darn cat! 1965) de Robert Stevenson, ou ce qui arrive quand le FBI se retrouve à utiliser un chat siamois des plus capricieux comme indic. Des scènes d'anthologie à gogo. Pour pleurer, Antarctica (Nankyoku monogatari 1983), film japonais de Koreyoshi Kurahara basé sur une histoire vraie et relatant la lutte pour la survie de chiens de traîneau abandonnés à contre-coeur (situation d'urgence, tempête, avion surchargé etc.) par les chercheurs de la première base japonaise en Antarctique dans les années 50. Superbe et tellement triste.


2- des films que vous connaissez absolument par cœur :
Parmi les films susmentionnés: Les deux Astérix, Trois noisettes pour Cendrillon et L'Espion aux pattes de velours. Se rajoutent à cela les quatre films en noir et blanc de Miss Marple de George Pollock (Murder, She Said 1961, Murder at the Gallop 1963, Murder Most Foul 1964 et Murder Ahoy! 1964) avec l'excentrique et inégalable Margaret Rutherford dans le rôle principal, les deux films de la série animée Daria (Is It Fall Yet? et Is It College Yet?, sauf que j'ai toujours regardée Daria en français, une fois n'est pas coutume, parce que le doublage est génial) et St Trinian's (la faute à Fashion ça).


3- des films qui ont bouleversé votre jeunesse :
Comme si j'étais vieille, n'importe quoi. Bref, passons. D'un point de vue émotionnel je vais répondre comme beaucoup de blogueuses avant moi: Le Cercle des poètes disparus (Dead Poets Society 1989) de Peter Weir. On peut en dire ce qu'on veut, il est indéniable que ce film a capté avec beaucoup de justesse l'essence des élans idéalistes et des questionnements adolescents. Et puis le jeu et la photo sont superbes. Psychologiquement je dirais cependant que le film qui m'a le plus marqué est Psychose (Psycho 1960, je pense qu'il est inutile de préciser pourquoi). D'ailleurs il faudrait que je le revois et que je me plonge plus à fond dans l'univers d'Hitchcock. Et finalement il me faut encore citer quelques films qui, s'ils ne m'ont pas directement boulversée ni même forcément vraiment plu, ont marqué les débuts d'une recherche ou formation esthétique autonome en matière de cinéma: L'Empire des sens (Ai no corrida 1976) de Nagisa Ôshima, dont je trouve encore aujourd'hui qu'il a le mérite d'être à la fois beau et érotique, Cris et chuchotements (Viskningar och rop 1972) d'Ingmar Bergman dont beaucoup d'autres films m'insupportent pourtant terriblement et Au loin s'en vont les nuages (Kauas pilvet karkaavat 1996) d'Aki Kaurismäki, tellement lent et dépouillé que tout devient absurde.


4- des films que vous auriez aimé écrire/produire :
Dans des styles très différents: In the Mood for Love de Wong Kar Wai et Marie-Antoinette de Sofia Coppola. Tous les deux sont magnifiquement filmés, mis en scène et en musique, montés, joués etc. etc. Et puis ces décors, ces intérieurs, tous ces détails, et, paradoxalement cette même oscillation entre gravité et légèreté.


5- des films qui vous ont donné envie de faire du cinéma :
Affirmer que j'ai une envie irrépressible de me lancer dans une carrière cinématographique serait mentir mais disons que, si devais commencer à bidouiller avec une caméra, deux des films que j'aurais probablement en tête à ce moment seraient Love Exposure (Ai no mukidashi 2008) de Sion Sono – dont je reparlerai à la question 7 – et Plan 9 from Outer Space d'Ed Wood. Je me dis tout simplement qu'il est certainement plus motivant, lors de ses premiers essais derrière la caméra (non, parce que si je devais faire du cinéma ce serait plutôt en tant que réalisatrice qu'actrice), de penser à un film excellent, certes, mais totalement barré, bricolé, jubilatoire et halluciné tel que Love Exposure et à une daube tellement daubesque, improbable et en même temps sobre qu'elle en devient culte telle que Plan 9 from Outer Space qu'à des chefs-d'oeuvre reconnus, bien sous tous rapports et dont tout le monde s'accorde à dire que, de toute façon, ils sont inégalables. Autant prendre comme inspiration de départ des expérimentateurs fous voire géniaux mais controversés que des grands maîtres intouchables, c'est moins paralysant.


6- des films que vous avez regardés plus d'une fois :
Il y en a tellement, j'aime revoir des films, pour peu qu'ils m'aient convaincue la première fois. Evidemment tous ceux cités en réponse aux questions 1, 2 et 4 (+ Le Cercle des poètes disparus et Psychose), et puis aussi Les Anges de l'Univers (Englar alheimsins 2000) de Friðrik Þór Friðriksson, bonne adaption du roman d'Einar Már Guðmundson, Il y a longtemps que je t'aime de Philippe Claudel, Kumo no mukô yakusoku no basho (La Tour au-delà des nuages 2004) un très bel anime de Makoto Shinkai, Waga Seishun no Arcadia de Leiji Matsumoto (long-métrage animé d'Albator, dans lequel on apprend comme Albator a perdu son oeil droit...), la plupart des films des Studio Ghibli.


7- le film que vous avez vu en dernier au cinéma :
Love Exposure (Ai no mukidashi, je reprécise le titre original parce qu'il existe aussi une comédie romantique coréenne intitulée Love Exposure et qui n'a rien à voir avec ce film) de Sion Sono. Découvert totalement par hasard, j'ai été sidérée par la bande-annonce déjantée et en ai tout de suite conclu que, malgré sa durée de presque 4 heures (237 minutes exactement), il fallait absolument aller le voir (et pour une fois qu'un cinéma de ma ville passait un film japonais en vost, je ne pouvais pas rater l'occasion). And it blew my mind! L'histoire est celle d'un brave garçon issu d'une famille très chrétienne – le père devient prêtre – et qui a promis à sa mère avant que celle-ci ne décède de trouver une femme qui lui rappellerait la Vierge Marie, rien que ça. Au début tout se passe bien entre le père et le fils restés seuls, jusqu'au jour où le père, bien que prêtre, se retrouve harcelé sexuellement par une folle (elle est géniale) aux avances de laquelle il finit par céder. Vient ensuite la mauvaise conscience, il ne voit plus partout que péché et perversion, se désintéresse de son fils qui, désespéré, devient un pervers (il photographie à grande échelle les petites culottes des filles) afin d'avoir des péchés à confesser à son père. Et puis arrive le miracle, la fille... et revient la folle et puis aussi une secte dangereuse etc. Si l'intrigue est déjà singulière, la réalisation l'est aussi: l'image est plus en qualité vidéo que cinéma (Sion Sono, de son propre aveu, ne cherche pas à faire beau), le montage est très dynamique, certaines scènes reviennent plusieurs fois, filmées sous différents angles, la bande originale se résume à plus ou moins trois morceaux principaux (+ quelques autres) répétés tout au long du film (notamment le Boléro de Ravel et une chanson du groupe japonais Yura Yura Teikoku), les métaphores, les images, l'humour, l'absurde, le jeu, tout est explosif (l'habitude des animes et de leurs adaptations en films „réels“ et/ou drama doit aider à apprécier, j'en conviens). C'est une histoire d'amour épique ainsi qu'une réflexion sur la foi, la normalité et la perversité qu'il faut sûrement regarder plusieurs fois pour en apprécier toute la portée. En tout cas c'est un film hallucinant, puissant, trash et jubilatoire et j'ai adoré!!!


8- des films dont vous avez regretté d'avoir payé la place :
Sweeney Todd (2007), sans hésiter. Pourtant j'aime bien Tim Burton mais j'aurais mieux fait de me fier à mon préjugé si efficace que „les comédies musicales c'est de la m.... en boîte“ (sauf Les chansons d'amour, grosse exception pour ce film-là). Alors oui, c'est sombre et sanglant, du Tim Burton quoi, mais caricatural, linéaire, creux, prévisible. La musique et le jeu sont niais et sirupeux au possible, les textes limite à se flinguer. J'ai vraiment râlé d'être allée le voir, surtout que j'étais en Suède à ce moment-là et que les places de cinéma y sont chères. Sinon, dans la catégorie pas vu au cinéma (en fait, je vais rarement au cinéma, faute de programme intéressant et en vost, et je sélectionne très soigneusement ce que je vais voir) mais vu contre mon gré dans le cadre d'un cours le grand gagnant est sans conteste Bröderna Lejonhjärta (1977 Les frères coeur-de-lion ), adapté du roman jeunesse d'Astrid Lindgren. C'est mièvre, niais, culcul la praline à se taper la tête contre les murs, le jeu des acteurs est abyssal, les costumes et effets spéciaux non seulement kitsch mais carrément à pleurer tellement ils sont bon marché (pour dire, même La Caverne de la Rose d'or est plus convaincant). C'est un film mort, sans ambiance ni tension (alors qu'il est censé s'agir d'une quête, d'une aventure), accompagné d'une musique minimaliste sans la moindre inspiration. Typiquement le genre de film qui prend son public cible, en l'occurence les enfants, pour des attardés. Une daube qui reste juste une daube parce que sans inspiration, sans le grain de folie, d'irrévérence qui lui permettrait de passer dans la catégorie „tellement mauvais que ça en devient culte et sublime“ (contrairement par ex. au film d'Ed Wood susmentionné). J'avais déjà trouvé le roman débile voire débilitant, mais alors le film, le film... bon, enfin je crois que vous avez compris (surtout que je m'étais déjà excitée dessus ici (cf. question 11)).


9- des films qui vous font réfléchir sur la vie :
Comme si j'avais besoin d'un film pour réfléchir sur la vie... c'est bien ça le problème, je réfléchis trop, toujours, tout le temps! Au rayon des films contemplatifs ou légèrement décalés voire animés d'une douce folie je citerai cependant Dolls (2002) de Takeshi Kitano et The Taste of Tea (Cha no aji 2004) de Katsuhito Ishii. Tous les deux ont en commun d'être fortement allégoriques et très lents mais si Dolls propose, avec ses personnages brisés ou gâchés par un évènement funeste ou une mauvaise décision, une vision tragique de l'existence, The Taste of Tea, lui, adopte un ton beaucoup plus léger et optimiste (et gaga). Ce qui m'a par contre toujours fait réfléchir sur la vie, en tant que phénomène biologique beaucoup plus large que la simple condition humaine, ce sont les documentaires sur la nature, en particulier L'aventure des plantes, dont le générique me fascine encore aujourd'hui.


10- des films qui vous ont donné envie de tomber amoureuse :
In the Mood for Love, comme l'indique très bien le titre il retranscrit à merveille la nature capricieuse comme une humeur de l'amour qui s'insinue sans prévenir pour devenir ensuite nécessaire... même ou plutôt surtout lorsqu'il est impossible. Dans un registre moins tragique et plus axé sur la naissance d'une relation dont on sait qu'elle va durer Omohide poro poro (Souvenirs goutte à goutte 1991) d'Isao Takahata et Mimi wo sumaseba (Si tu tends l'oreille 1995) de Yoshifumi Kondô. Tous les deux explorent le mélange de hasard, de détermination et aussi de courage (de s'ouvrir à l'autre, de prendre sa vie en main) nécessaire à une première relation amoureuse. Dans la catégorie „l'amour triomphe de tout“ (après avoir fait de gros dégâts), sans conteste Love Exposure. Et puis pour finir, un film avec mention spéciale en raison d'une très belle scène: Vinterkyss (2005), film suédo-norvégien de Sara Johnsen tout en subtilité sur la perte et le deuil contenant une magnifique scène d'amour sur fond d'Hallelujah de Jeff Buckley !!!


11- des films qui vous ont fait tordre de rire :
Voici venu le temps des bombes cinématographiques dont l'absurdité totale n'épargne pas le moindre recoin de matière grise. En pôle position trois films japonais (ça vous étonne, hein?) de référence en matière de mauvais goût et de kitsch: Cutie Honey (Kyûtî hanî 2004) de Hideaki Anno, l'adaptation avec acteurs en chair et en os de l'anime du même nom. Magical girl à moitié nue la plupart du temps, monstres et méchants ridicules, scénario inexistant (enfin j'espère parce que ce serait navrant de se dire que quelqu'un a vraiment écrit un scénario pour ce film) et jeu des acteurs... non, en fait il vaut mieux ne pas en parler. Dans le genre c'est une perle! Vient ensuite The Machine Girl (Kataude mashin gâru 2008) de Noboru Iguchi, film plus gore que gore et hilarant. Imaginez des femmes, couvertes de sang, qui butent du truand à coups de mitraillette géante ou de tronçonneuse attachées à leurs moignons (bras ou jambe selon le cas)... ahhh un régal et le petit nouveau d'Iguchi, Robogeisha, a l'air encore plus terrible. Enfin, troisième de ce palmarès nippon: Kamikaze Girls (Shimotsuma monogatari 2004) de Tetsuya Nakashima, ou le récit de l'amitié improbable d'une folle de mode rococo (façon japonaise, s'entend) et d'une dure à cuire membre d'un gang de filles à scooter. Kitchissime, une superbe baston dans la boue, une banane de rockeur japonais à faire pleurer Elvis, bref un mélange détonnant.
S'ajoutent à cela trois grands moments de l'humour anglais au cinéma: Life of Brian (1979) des Monty Python, Shaun of the Dead (2004) d'Edgar Wright et St Trinian's (2007) d'Oliver Parker et Barnaby Thompson. Et puis parce qu'il faut bien soutenir les génies locaux et que de toute façon vous pensez déjà (bon d'accord, je l'ai cherché) que je suis folle à lier, j'accorde la mention spéciale à la parodie alsacienne de Rambo, offerte au monde par le grand, l'unique Kansas of Elsass.


12- des films qui vous ont révélé un acteur que vous suivez à présent :
J'aurais plutôt tendance à découvrir mes acteurs fétiches dans les séries que dans les films, mais je vais probablement suivre de plus près Maria Bonnevie et Mads Mikkelsen, les ayant adorés dans I am Dina (2002) d'Ole Bornedal, adaptation étonnament réussie (et ce malgré la présence de Depardieu qui pour une fois n'en fait pas des tonnes) du roman d'Herbjørg Wassmo, Le livre de Dina, qui m'avait beaucoup marquée. Très beau film, superbes costumes et paysages et excellents acteurs (film avec de vrais morceaux de Christopher Eccleston dedans ;-)). Parmi les réalisateurs (re)citons Wong Kar Wai avec In the Mood for Love, Sion Sono avec Love Exposure, Sofia Coppola avec Marie-Antoinette et Sarah Johnsen avec Vinterkyss.


13- des films qui vous ont fait pleurer comme une madeleine :
Quatre films totalement différents: Äideistä parhain (2005, La meilleure des mères) de Klaus Härö, film finlandais sur le destin d'un des enfants finlandais évacués en Suède et placés en famille d'accueil pendant la Seconde Guerre Mondiale pour les protéger des ravages du conflit finno-russe. Je suis heureuse de l'avoir regardé seule à la maison, tellement j'étais effondrée. Et pourtant il est assez sobre. Ensuite, Le tombeau des lucioles (Hotaru no haka 1988) de Takahata qui traite lui aussi de la situation des enfants pendant la guerre mais en mettant l'accent sur ceux-ci tandis que dans Äidestä parhain c'est surtout l'histoire de la mère adoptive qui est boulversante. Quand j'étais petite et que je n'aimais que les animaux (grosse tendance misanthrope à l'époque) c'était Antarctica qui me tirait des larmes. Et l'an dernier ce sont Les chansons d'amour (2007) de Christophe Honoré qui m'ont fichu un sacré coup au moral, à tel point que je n'ai pas encore osé le re-regarder (il faudrait pourtant). Cela vient peut-être du fait que je m'attendais à un film tantôt léger, tantôt mélancolique sur des relations amoureuses compliquées et que je me suis retrouvée en face d'une oeuvre sur le deuil...


14- des films dont vous avez aimé un personnage en particulier :

Plein! Des femmes, des hommes, des enfants, des créatures, des animaux... Dans le désordre le plus complet: Captain Sidney Rhumstone dans Murder Ahoy (Miss Marple), un rôle et une interprétation de pur génie; Alexander dans Murder, She Said (Miss Marple), un régal cet ado malin comme un singe; River dans Serenity (2005) de Joss Whedon, folle, brillante et si gracieuse dans ses scènes de combat; Fio, Gina et les Mamayuto dans Porco Rosso (Kurenai no buta 1992) de Miyazaki, du courage, du style et des grandes-gueules; Kamaji et le Sans-visage dans Le Voyage de Chihiro (Sen to Chihiro no kamikakushi 2001), pleins de poésie; Nausicaä dans Nausicaä de la vallée du vent (Kaze no tani no Naushika 1984) pour son idéalisme et Totoro dans Mon voisin Totoro (Tonari no Totoro 1988), Totoro c'est le meilleur et on ne discute pas!!!


15- des films que vous regardez chaque année :

J'associe la plupart des films que je regarde chaque année à une saison particulière. En commençant par l'automne qui nous entoure actuellement une liste non-exhaustive donnerait: Les Miss Marple à cause de son thé, de son tricot, de ses aventures en extérieur armée de sa cape et de ses chapeaux laineux aux formes improbables ne correspondant à aucune mode identifiable sur cette planète, et puis aussi Pompoko (Heisei tanuki gassen ponpoko 1994) d'Isao Takahata avec ses tanukis dodus, gavés entre autres choses de kakis (mais le film marche aussi au printemps puisqu'il suit le rythme des saisons et parle de changement). En hiver c'est Nausicaä de la vallée du vent en raison de son univers assez sombre et en péril, les deux dessins animés d'Astérix quoiqu'un visionnage hors-saison n'est pas rare (c'est comme avec Miss Marple, je peux les regarder 3-4 fois dans l'année sans problème) et surtout, mon film de Noël, Trois noisettes pour Cendrillon: du froid, de la neige, une forêt... parfait. Le printemps est toujours un peu délicat, je ne sais jamais trop de quoi j'ai envie mais disons Tanguy (2001) d'Etienne Chatiliez que va sûrement rejoindre Marie-Antoinette. Quant à l'été alors là c'est l'explosion: The Taste of Tea, Totoro, Omohide poro poro et La Traversée du temps (Toki wo kakeru shôjo 2006) de Mamoru Hosoda, ambiance estivale japonaise oblige et Porco Rosso, le plus méditerranéen des animes. Enfin, hors-saison: In the Mood for Love.


Je tague Magda, notre cinéphile/cinéaste préférée, afin qu'elle nous fasse découvrir plein de belles choses :-).

*Ceci est une réplique fameuse du Captain Rhumstone dans Murder Ahoy!.



Die Stadt der Metallvögel
Tor Åge Bringsværd
Aus dem Norw. von Lothar Schneider
Suhrkamp 1988
(norw. Orig. 1983)
Dem Tag entgegen
Svend Åge Madsen
Aus dem Dän. von Horst Schröder
Suhrkamp 1984
(dän. Orig. 1980)

Bei Science Fiction denkt man für gewöhnlich in erster Linie an die umfangreiche angelsächsische Buch-, Film-, Fernseh- und Comicproduktion, an Jules Verne, Perry Rhodan und, wenn man es etwas exotischer mag, an Manga und Anime, nicht jedoch an skandinavische Literatur, die für viele vorwiegend Synonym für sozialkritische Krimis und idyllisch bis anarchisch anmutende Jugendbücher bleibt. Science Fiction made in Scandinavia gibt es aber durchaus, darunter sogar moderne Klassiker wie Karin Boyes Kallocain oder Harry Martinsons Aniara. Diese beiden schwedischen Werke sind vermutlich die, die nicht-SF-versierten Skandinavisten am häufigsten einfallen. Fragt man allerdings nach norwegischer oder dänischer SF, besteht die Antwort nicht selten in einem viel sagenden „öhhhhh“. Daher möchte ich euch zwei Romane vorstellen, einen dänischen und einen norwegischen, die ich im Rahmen meiner Abschlussprüfung entdeckt habe, nämlich Tor Åge Bringsværds Ker Shus (Die Stadt der Metallvögel) und Svend Åge Madsens Se dagens lys (Dem Tag entgegen). Beide Texte behandeln im Grunde genommen die selben Kernthemen der Erinnerung, des Erzählens sowie der Zeitwahrnehmung und Geschichtsauffassung, tun dies jedoch auf sehr unterschiedliche Art und Weise, so dass es mir sinnvoll erscheint, sie zusammen vorzustellen.


Bringsværd

Tor Åge Bringsværd ist zusammen mit Jon Bing eine wahre Institution im norwegischen SF-Milieu. Beide Autoren haben seit den 60ern für eine bessere Akzeptanz der Science Fiction im kulturellen Mainstream gesorgt, unter anderem durch ihren Versuch, SF neu zu definieren. So sei Science Fiction laut ihrer Auffassung keine Gattung sondern eine Technik, eine Methode, die vielen Gattungen gemeinsam sei: Märchen, phantastische Literatur, Fantasy, Science Fiction (im engeren Sinne)... SF sei nicht durch besondere Stoffe und schon gar nicht durch die Thematisierung von Technik und Wissenschaft zu definieren, sondern als jede Form von Erzählung, in der der Autor den realistischen Rahmen sprengt, um die Welt anhand phantastischer Elemente besser untersuchen zu können. Bringsværds und Bings Auffassung von Science Fiction wäre also eher dem allgemeineren Begriff der Speculative Fiction gleichzusetzen, wobei nicht nur Genreliteratur sondern auch „Mainstream“ – bin mit dieser Bezeichnung etwas unglücklich, mir fällt aber keine bessere ein – als solche betrachtet werden kann. Aus theoretischer Sicht ist dieser äußerst weiter SF-Begriff eher unbefriedigend, hat aber eine Debatte über SF losgetreten und das Interesse der Verlage geweckt – B&B sind eben keine Theoretiker und verfolgten dazu noch eine, wenn auch lobenswerte, bestimmte Agenda, was sich meist nicht gut mit wissenschaftlichen Ansprüchen verträgt, schon gar nicht auf dem heiklen Gebiet der Gattungstheorie.

B&Bs eigene literarische Produktion ist natürlich auch von dieser Reflexion beeinflusst und so liest sich Die Stadt der Metallvögel, der als postapokalyptischer Roman zur Science Fiction im klassischen Sinne gehört, streckenweise eher wie Fantasy. Der Roman besteht aus den drei Rollen, in denen Rokam, der Erzähler, seine Erinnerungen niederschreibt, wobei der Bericht über seine Abenteuer und die Entdeckung der verlorenen Stadt Ker Shus als Warnung für die jüngeren Generationen gelten soll. In einer Welt, die von einer Katastrophe verwüstet worden ist, erscheint Rokam aber als eine Anomalie, denn er ist der einzige Mensch in unserem Sinne, der überlebt hat. Als Kleinkind von seinem vermeintlichen Vater gerettet und von Felin übernommen und aufgezogen worden, einer der drei Tiermenschenrassen (Felin=Katzen, Kaan=Hunde, Gna=Ratten), die die Erde nun bevölkern, betrachtet sich Rokam jedoch als ein Felin, was nicht zuletzt seine Beziehungen zu den Kaan und Gna prägt.
Durch die Katastrophe sind der kulturelle und technische Zusammenhang der früheren Welt fast komplett verschwunden und nur wenige Generationen später haben die Tiermenschen die entkontextualisierten Fetzen der eigenen Geschichte naiv neu zusammengefügt. So werden frühere Menschen als Götter aufgefasst und im Zuge einer Mythisierung der Geschichte, bei der Realgeschichte, Fiktion und Popkultur gleichgestellt werden, entstehen neue Volkshelden, deren Namen und Abenteuer uns mal schmunzeln, mal die Stirn runzeln lassen. Diese sehr intelligente Reflexion über die Entstehung und Überlieferung von Mythen, Motiven und Geschichte sowie deren Interpretation durch zeitlich und/oder räumlich und kulturell isolierte Rezipienten, die Archäologen, Historiker, Kultur- und Literaturwissenschaftler immer im Hinterkopf behalten sollten, ist die größte Qualität dieses Textes, der als SF ansonsten leider relativ vorhersehbar und mit wenig Sense of Wonder daherkommt. Diese ständige, kritische Beschäftigung mit der Vergangenheit innerhalb einer Zukunftsvision entspricht außerdem Bringværds Auffassung der SF als eine Systemkritik über fiktionale Umwege. Stilistisch wirkt Die Stadt der Metallvögel jedoch mit seinen eher kurzen, einfachen Sätzen ziemlich flach und wird irgendwann langweilig, zumal vieles wiederholt wird, ohne dass dies zu einem besonderen, hypnotischen Rhythmus führt. Schade, denn die Auseinandersetzung mit Mythen und Geschichte ist wirklich lesenswert.


Madsen

Eine Zukunftsvision bietet auch Svend Åge Madsen mit seinem Roman Dem Tag entgegen, allerdings keine postapokalyptische sondern eine utopische. Oder vielleicht doch eine dystopische? Eine endgültige Antwort auf diese Frage kann es wohl nicht geben, denn genau diese Unterscheidung stellt der Text in Frage: Was dem Einen utopisch und positiv erscheint kann von einem Anderen als dystopisch und negativ wahrgenommen werden.

Elef, der Tagebuch schreibende Erzähler, lebt in einer Welt, in der jeder Tag etwas Neues zu bieten und zu bringen hat, fungieren doch Neuigkeit, Kurzweile und Selbstverwirklichung durch Abwechslung als höchste Gebote. Um dies zu garantieren werden allen Individuen jeden Morgen neue Partner, neue Kinder, eine neue Wohnung, eine neue Tätigkeit, sogar neue Freunde und Eltern zugewiesen, wobei jeder abends die Möglichkeit hat, Eindrücke und Wünsche mitzuteilen, auf die bei den darauf folgenden „Vergaben“ eingegangen wird. Berücksichtigt werden ebenfalls grundsätzliche und langfristige Einstellungen wie etwa Schwangerschaftswunsch oder sexuelle Orientierung. Der schlimmste Fehler, der dabei auftreten könnte? Dass man einen ehemaligen Partner zum zweiten Mal als Partner bekommt, denn Bekanntschaften „von gestern“, vor allem intime, verlieren quasi über Nacht ihre Daseinsberechtigung und gelten als etwas Ekelhaftes, Abgelaufenes. Solche Fehler sind aber äußerst selten, denn das Austauschsystem wird vom Supercomputer Madam Datam meisterhaft verwaltet. Sonstige Entscheidungen, Regelungen, Richtlinien in allen erdenklichen Bereichen werden unter den Bürgern selbst auf absolut demokratischer Basis in den jeweils aktuellen Fachgruppen ausdiskutiert und festgelegt und quasi jeden Tag aktualisiert und implementiert. Alles ist wunderbar, alle sind glücklich. Bis Elef anfängt, zögernd, das System in Frage zu stellen und längst vergessene und für die meisten absurd gewordene Konzepte wie Erinnerung, Geschichte und Literatur für sich entdeckt. Und warum sind diese Phänomene eigentlich in Vergessenheit geraten? Und wer kontrolliert Madam Datam?

Madsen hat mit Dem Tag entgegen eine sehr intelligente Kritik unserer stets auf das Neue fixierten Gesellschaft geschrieben, die gleichzeitig mit unseren Erwartungen an die Gattung Science Fiction sowie mit unserem Umgang mit Verschwörungstheorien spielt. Dabei sind die praktischen Aspekte des Systems obsolet – das Buch stammt aus den 80ern – bis abstrus, eine einzige Mischung aus Sense of Wonder und What the Fuck, die witzigen und absurden Situationen und Dialoge häufen sich und Literatur wird als Mehrwert für den Menschen und wichtiger, eigenständiger Wahrnehmungsmodus postuliert. Das Verwirrspiel ist klug und komplett: ein wahrer intellektueller Genuss.


Sowohl Bringsværds Die Stadt der Metallvögel als auch Madsens Dem Tag entgegen erschienen bei Suhrkamps Phantastischer Bibliothek und sind leider nur noch antiquarisch zu erhalten. Im Original erschien Ker Shus bei Gyldendal norsk forlag, Se dagens lys bei Gyldendal.




Aujourd'hui, chers lecteurs, je vous propose de vous plonger, une fois de plus, dans les réminiscences de mon stage suédois, ô combien rocambolesque, avec le récit d'une rencontre des plus insolites, que je fis dès le premier jour.

Fin de matinée : Je suis en train de remettre de l'ordre sur les étagères situées en face de l'entrée de la librairie lorsque deux hommes à l'air et aux propos un peu étranges franchissent la porte. Le duo semble s'être clairement réparti les rôles : il y a le causeur un peu confus qui se dit à voix haute que ce serait bien de s'acheter des livres manga – „Ah oui tiens, y a ce truc-là maintenant, des... comment c'est déjà... ah oui... des livres manga...“ – et le taciturne qui ne le lâche pas d'une semelle. A priori pas violents ces deux-là, mais tout de même un peu spéciaux – je les soupçonne d'avoir été dire bonjour à madame la bouteille un nombre raisonnable de fois et ce, dès le petit-déjeuner. Je continue donc mon travail comme si de rien n'était en me promettant de garder un oeil sur les deux compères.

Le temps passe, je capte des bribes de leur conversation au passage – toujours aussi bizarre et décousue – et continue tranquillement à ranger des livres quand soudain le causeur me hèle d'un charmant „Hé toi ! Tu bosses ici ?“. Je lui réponds que oui, je travaille ici, prie intérieurement pour qu'il ait des souhaits faciles à satisfaire et m'apprête à ajouter que je ne suis qu'une pauvre stagiaire encore un peu désorientée mais il ne me coupe directement la parole pour m'annoncer qu'il désire acheter l'étagère, là. Nous sommes en plein milieu du rayon manga avec un seul autre client en vue, qui d'ailleurs commence à se marrer furieusement, le visage à moitié dissimulé derrière le comic qu'il était en train de feuilleter deux secondes auparavant, et l'étagère en question doit faire au moins deux mètres de haut et est remplie de mangas. Franchement perturbée par sa demande – depuis quand les gens achètent-ils leurs livres à l'étagère ? –, je bafouille „Toute l'étagère ?“, ce à quoi il me répond : „Ben oui, toute l'étagère. Combien elle coûte ?“. J'ai très envie de lui répondre „Abruti, comment veux-tu que je le sache ?“ mais j'opte à la place pour un „Je ne sais pas, il faudrait faire la somme du prix des livres qui s'y trouve et...“ plus neutre mais pas le temps de finir mes explications, car ce délicieux client me balance un très aimable „Ouais ben si tu sais pas, tu vas demander et tu reviens avec un prix !“, suivi d'un très distingué „Allez, va !“. Ce n'est plus le règne du client roi, chers lecteurs, mais celui du client dictateur du bac à sable qui vous crache à la gueule si bon lui semble, na.

Je retourne donc à la réserve demander assistance à l'un de mes collègues, me disant qu'avec un peu de chance il connaît cet importun ainsi que la formule magique qui permet de s'en débarrasser illico presto. Manque de bol, cet olibrius semble être une espèce nouvelle dans ce biotope bibliophile et ne pas encore y avoir de prédateur naturel, car mon collègue est tout aussi surpris que moi au récit de ses désirs d'étagère – et du coup je me sens moins seule. Intrigué, il décide de venir lui-même s'entretenir avec ce specimen rare.

La situation, déjà très éloignée de la normalité auparavant, tombe alors carrément dans l'absurde. Mon collègue demande au client ce qu'il désire : „L'étagère, là“
„Très bien, elle coûte ...“, il mentionne une somme aussi élevée que fictive, le client planqué derrière son comic est toujours là, à moitié mort de rire, et moi j'hallucine sur le calme avec lequel mon collègue raconte n'importe quoi à l'apprenti tyran. Problème, monsieur ne dispose pas d'une telle somme et essaie de marchander. Mon collègue reste ferme et lui explique que c'est une étagère unique – oui, apparemment, il veut aussi le meuble lui-même –, qu'il n'en trouvera pas ailleurs des comme ça et que c'est ce qui justifie le prix etc. Le client au comic est en syncope et moi, je suis scotchée. Mon collègue assure méchamment ! Les tentatives de marchandage continuent, sans succès. Entre temps, notre petit groupe s'est lentement mais sûrement déplacé vers la porte de la librairie – au passage je précise à voix basse au client au comic que c'est mon premier jour de stage et que ça commence très fort ; client écroulé, je crois que j'ai achevé ses souffrances – et là, monsieur le client a une idée de génie. Juste au moment où nous pensions tous qu'il allait enfin lâcher l'affaire, il dit : „ Oui mais, si jamais vous changez d'avis, hein, et que vous la vendez moins cher, vous m'appelez, hein ? Attendez, je vous donne mon numéro.“ Mon collègue hésite une fraction de seconde et, finalement, va vite chercher de quoi écrire. Il revient et attend les ordres de monsieur, plume en main. Léger souci, monsieur n'est pas seulement un rustre abruti de premier choix, il est aussi incapable de se rappeler son numéro de téléphone... Après deux minutes d'intenses efforts de concentration accompagnées de jurons de tout poil, il a enfin retrouvé une série de chiffres qui pourrait bien constituer le dit numéro et que mon collègue note diligemment sur un post-it. Apparemment satisfaits, l'empereur de bas-étage et son laquais quittent la boutique, nous laissant perplexes mais soulagés.

À bientôt pour de nouvelles aventures !

P.S.: Après cet épisode surréaliste, je ne les ai plus jamais revus et, bizarrement, cela ne m'attriste point.




Voici donc, chers lecteurs, le premier volet d'une série de billets sur les moments particulièrement drôles ou bizarres de mon stage que j' avais, à mon retour de Suède, promis de vous raconter.

Premier jour (de cette histoire, pas du stage) :

Un grand jeune homme fort sympathique m'interpelle dans les rayons pour me demander conseil. Rien de plus normal dans une librairie. Il me dit avoir beaucoup aimé la trilogie His Dark Materials de Philip Pullman et chercher quelque chose dans le même style. Point positif : ce monsieur a indéniablement du goût, car cette trilogie est géniale ; point négatif : RIEN ne ressemble à Pullman ! Je lui explique donc le problème et lui demande ce qu'il aime d'autre, ce à quoi il me répond The Wheel Of Time de Robert Jordan. Sauvée ! Je n'ai certes pas lu cette série – je sais, honte à moi, pas besoin de me le dire – mais mon geek préféré, lui, si et je sais ce qu'il lit d'autre et ce qu'il lui conseillerait. D'un pas sûr et triomphant, je me dirige donc vers la section M du rayon fantasy en anglais, attrappe et lui tend A Game Of Thrones, le premier volume de la série A Song Of Ice And Fire de George R. R. Martin. Il ne connaît pas et je lui explique que mon geek préféré en est dingue, qu'apparemment c'est absolument formidable et qu'une des caractéristiques principales de cet auteur est qu'il n'hésite pas à sacrifier ses personnages principaux si l'intrigue l'exige. Convaincu et tout content d'avoir trouvé quelque chose à lire, il me remercie et va payer son livre à la caisse. Soulagée, je me dis que, si je n'ai certes pas sauvé le monde, j'ai au moins sauvé les meubles.


Deuxième jour :

Alors que je m'évertue à ranger des livres dans un coin étroit de la librairie où je gêne bien les clients qui essaient de passer – à quatre pattes par terre non loin de la caisse, je dois avoir l'air très intelligent –, quelqu'un m'adresse soudainement la parole. Absorbée par ma tâche, je mets quelques secondes avant de réagir et identifier la source de ce bonjour : cela vient d'en-haut et de derrière une pile de livres sur pattes qui, entre-temps, s'est remise à me parler. Me souvenais-je de lui ? Je lui ai conseillé un livre la veille, me dit-il. Tic-tac, tic-tac, mon cerveau a du mal ce matin, tic-tac, ping! Ça y est, je sais, le type Pullman-Jordan-Martin. Prise de panique, je me dis que, merde, il a dû commencer le bouquin acheté la veille et trouver ça nul à souhait et qu'il revient maintenant pour se plaindre et peut-être même me faire la peau. Bon d'accord, j'exagère un peu mais rappelez-vous qu'il est grand, que, moi, je suis encore à quatre pattes à ses pieds, que c'est le matin, qu'avec le brouhaha ambiant je ne comprend pas tout ce qu'il me raconte et qu'il est armé d'une pile de livres du genre bien branlante et située juste au-dessus de ma tête... Je me relève, lui demande de répéter parce que l'acoustique au ras du sol n'est pas des meilleures et commence à comprendre de quoi il retourne. Il a effectivement commencé sa lecture de A Game Of Thrones et, contrairement à ce que je craignais, il adore. Et comme il adore, il est revenu s'acheter tous les autres volumes de la série, d'où la pile dans ses bras, et me demande d'y jeter un coup d'oeil afin d'être sûr de n'en avoir oublié aucun. Maintenant que mon cerveau fonctionne correctement, je constate vite un léger problème : emballé par tant d'enthousiasme, ce jeune homme a pris un exemplaire de chacun des livres de George R. R. Martin que nous avons en rayon, sans voir que nous vendions plusieurs éditions de la même série... Il me faut alors cinq bonnes minutes pour lui faire comprendre qu'il s'apprête à acheter chaque tome en double et que ce n'est peut-être pas nécessaire... Résultat : un charmant client aux anges, un porte-monnaie qui a eu chaud et une apprentie libraire ravie d'avoir favorisé la rencontre d'un couple livre/lecteur bien assorti :-).





En månad i Sverige och svenska som vardargsspråk hela tiden men inget inlägg på detta språk. Och bara nu när jag är tillbacka i Tyskland börjar jag skriva på svenska. Jag skäms verkligen. Men vad gäller språket måste jag säga att mars var lite konstigt och ansträngande: jag fick prata och lyssna på svenska varje dag – som var såklart jätte kult –, skrev framför allt på franska och lite på tyska, läste mest på engelska och längtade efter tyska hur mycket som helst. What a mess! Jag fick ändå chansen att förbättra min svenska – nu kan jag framför allt prata mycket snabbare än förut – och att jobba på svenska hela dagen var i detta hänseende förmodligen det bästa jag kunde göra. Jag hoppas bara att jag inte kommer att glömma allt för snabbt – jag bör väl skriva fler inlägg på svenska ;-).

Min praktik på SF Bokhandeln i Göteborg var otroligt kul! Jag tyckte – och tycker fortfarande – jätte mycket om människorna som arbetar där; de har varit väldigt snälla mot mig och Lazy hade absolut rätt när hon sade att butiken var „Nerd Central“ (well, hon vet vad hon pratar om ;-))! Men det känns lite konstigt att bara prata om praktiken hela tiden – jag gjorde det redan på franska – som för er förmodligen inte är något särskilt spännande ämne att läsa om men som för mig har varit en stor upplevelse. Jag borde verkligen skriva nya bokrecensioner – jag har faktiskt en hel del lästa böcker som fortfarande väntar på en... Därför tycker jag att det kanske är bäst att lämna temat och att tala om för er med vilka böcker jag fyllde mina resväskor (som var så roliga att bära hem): 49 böcker alltihop, varav 22 är på svenska – till största delen samtidslitteratur men också några klassiker –, 25 på engelska – manga, comics, fantasy, sf, skräck och lite samtidslitteratur som var på rea – och två på japanska – okej, de är bara konstböcker alltså mer att titta på än att läsa ;-). Listorna finns här och där.
Jag plundrade naturligtvis min „egen“ bokhandel men också andra, särskilt den mycket trevliga Pocket&Bok som ligger på Östra Hamngatan och där Ylva arbetar :-).




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